Software-Überprüfung soll Lizenzbetrug bekämpfen
(München, 20.02.2012) Die Business Software Alliance (BSA) überprüft im Auftrag ihrer Mitgliedsunternehmen die Softwarelizenzen ausgewählter Unternehmen im Raum München. Über 1.200 Firmen werden per Brief aufgefordert, ihren Software- und Lizenzbestand mitzuteilen.
Der Branchenverband stellt den betroffenen Unternehmen ein personalisiertes Login und eine telefonische Anlaufstelle für Fragen zur Verfügung. Im Vordergrund der Kampagne stehen: Aufklärung zu den Risiken und Gefahren, wie auch der Ausgleich von bestehenden Unterlizenzierungen. Im Jahr 2010 zahlten deutsche Unternehmen im Rahmen von Klagen wegen unlizenzierter Software rund 1,5 Millionen Euro an die BSA und ihre Mitglieder.
Georg Herrnleben, Senior Director bei der BSA: „Dass die Hersteller von Software mit Audits die Einhaltung der Lizenzbestimmungen bei ihren Kunden überprüfen, ist gängige Praxis. Mit unserer Kampagne wollen wir in erster Linie aufklären und das Bewusstsein in den Unternehmen schärfen, dass ordnungsgemäße Lizenzierung nicht nur aus juristischer und steuerrechtlicher Sicht wichtig ist. Unternehmen, die auf die Verwaltung und Optimierung der IT-Assets ein Auge haben, können hier auch signifikant Kosten einsparen. Darüber hinaus ist es uns ein Anliegen dazu beizutragen, den fahrlässigen Einsatz von unlizenzierten Programmen und den absichtlichen Lizenzbetrug zu bekämpfen und gleichzeitig die Unternehmen zu schützen, die ordnungsgemäß lizenzieren. Denn noch immer sind 27 Prozent aller Programme in Deutschland illegal im Einsatz. Der Einsatz unlizenzierter Software in Unternehmen führt zu einer Wettbewerbsverzerrung. Auch ausführende Mitarbeiter können für die unlauteren Geschäfte ihres Chefs verantwortlich gemacht werden.“
Erst Anfang des Jahres hatte die BSA einen Fall abgeschlossen, in dem ein selbständiger IT-Dienstleister von einem Ingenieurbüro aus Rheinland-Pfalz beauftragt wurde, Software mit dubiosen Lizenzschlüsseln zu installieren. Er wurde zu einer Strafe in Höhe von 90 Tagessätzen zu 35 Euro verurteilt und musste darüber hinaus 15.000 Euro Schadenersatz zahlen.
Die BSA unterhält in Deutschland ein Rechtsprogramm zum Urheberrechtsschutz von Software ihrer Mitglieder. Dabei nimmt sie jedes Jahr hunderte Hinweise auf illegale Software entgegen, die sie selbst verfolgt sowie an Polizei und Staatsanwaltschaft weitergibt. Betroffene Firmen werden oft polizeilich durchsucht und müssen insbesondere Schadensersatz zahlen und fehlende Lizenzen erwerben.
Hinweise auf unlizenzierte Software nimmt die BSA unter http://reporting-emea.bsa.org/german und auf der kostenfreien Hotline 08000 999 992 entgegen.
Informationen zur BSA
Die Business Software Alliance (BSA) ist das weltweite Sprachrohr der Softwarebranche. Sie arbeitet in 80 Ländern an der Förderung der Softwaremärkte, um die bestmöglichen Bedingungen für Innovation und Wachstum zu schaffen. Regierungen und Wirtschaft verlassen sich bei Gesetzgebung und rechtlichen Themen auf Konzepte und Anregungen der BSA und tragen damit entscheidend dazu bei, dass Software weltweit eine entscheidende Rolle für das wirtschaftliche Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt spielt.
Die Mitgliedsfirmen der BSA investieren jährlich Milliardenbeträge in lokale Wirtschaftsräume, in hoch bezahlte Arbeitsplätze und wegweisende Lösungen, um die Menschen weltweit produktiver, enger miteinander verbunden und im Netz sicherer zu machen.
Deutsche Mitglieder der BSA sind unter anderem:
- Adobe
- Apple
- Asseco Poland S.A.
- Autodesk
- Bentley Systems
- CNC
- Corel
- Microsoft
- PTC
- Siemens
- Symantec
- Tekla
- The MathWorks